Essen bis die Feuerwehr kommt

Immer mehr Menschen sind ein eines immer größer werdenden Problems für die eigene Gesundheit und belasten mit einem finanziellen Verlust in Milliardenhöhe die Volkswirtschaft und das Gesundheitssystem.

Wie das? Die Frage stellen sich nicht nur die medizinischen Experten, sondern auch die Ökonomen, die sich stets mit der Wirtschaftlichkeit oder Unwirtschaftlichkeit einer bestehenden Situation beschäftigen. Inzwischen ist in Deutschland mehr als jeder zweite Erwachsene übergewichtig, und ab einem Body-Mass-Index oberhalb von 35 kg/m2 (Körpergewicht durch Körpergröße im Quadrat) gehört er zu den Menschen, denen eine Adipositas attestiert wird, von der mittlerweile jeder fünfte Bundesbürger belastet ist.

Damit verbunden stellen sich zunehmen Probleme im Alltagsleben ein, weil die alltägliche Beweglichkeit deutlich schwerer wird. Die Leistungsfähigkeit der Betroffenen sinkt dagegen kontinuierlich mit den steigenden Kilos, die den Organismus belasten. Die gelenke beginnen zu Schmerzen, weil sie dem hohen Gewichtsdruck nicht mehr gewachsen sind. Herz und Lunge müssen ein System versorgen, das die letzten Kräfte dieser Organe mobilisiert. Atemnot und Sauerstoffnot des Gewebes und der Körperzellen führen früher oder später zu einer chronischen Erschöpfung der Organe, und die steigenden Fettmassen im Bauchraum üben Druck auf die Verdauungsorgane aus, die Leber wird von Fett überschwemmt und macht sich sukzessive auf den Weg zur Fettleber und Leberzirrhose. Aufgrund der großen Anzahl Übergewichtiger und Adipöser in der Gesamtbevölkerung sind Leberzirrhosen inzwischen bei weiten häufiger einer durch Adipositas hervorgerufenen Fetteinlagerung geschuldet, als einem Alkoholmißbrauch, der vor einigen Jahrzehnten noch als Grund allen Übels der Leberzirrhose anschuldigt wurde.

Sind Herz und Lunge, Leber, Galle und das gesamte Verdauungssystem durch eine absolute Fehl- und Überernährung angeschlagen, stehen regelmäßige Arztbesuche auf dem Terminkalender. Irgendwann erreichen einige Übergewichtige ein s hohes Gewicht und dramatischen Umfang, dass sie sich nicht mehr alleine bewegen können, die Türen ein erstes Hindernis werden und wenn sie zu Arzt oder in die Klinik wollen, muss die Feuerwehr anrücken.

Dass die Zahl der Feuerwehreinsätze zum Transport adipöser Menschen in den letzten Jahren erheblich angestiegen sind, wird von den meisten Rettungsdiensten bestätigt. Erforderlich ist allerding eine besondere Ausstattung des Transportwagens, wenn er für sehr schwergewichtige Menschen zum Einsatz kommt. Die Gurte müssen verlängert werden, die Tragen werden verstärkt und der Rettungswagen muss einem Gewicht von mindestens 400 kg standhalten.
Es nehmen auch diejenigen Einsätze zu, bei denen eine technische Rettung erforderlich ist. Davon spricht man, wenn Drehleitern gebraucht werden, um einen solchen Patienten eventuell durch ein Fenster in Freie zu bringen, oder wenn ein Zugang oder Transport durch das Treppenhaus nicht möglich ist.

Auch solche Situationen definieren den Kostenanstieg im Gesundheitswesen, die insgesamt auf eine jährliche und zusätzliche Gesamtbelastung von bis zu 20 Milliarden Euro kalkuliert wird. Produktivität und Arbeitsfähigkeit gehen mit massiven Verlusten für den Arbeitsmarkt einher, hohe Arztkosten und viele Klinikaufenthalte addieren sich hinzu und fügen dem Gesundheitssystem einen merklichen Schaden zu. Auch gehen Menschen, die dem übergewichtigen und Adipösen Kollektiv angehören, meist deutlich früher in Rente und ihre Lebenszeit ist gegenüber Normalgewichtigen oft deutlich verkürzt.

Ein Lösungsansatz für diese Problematik sind die betrieblichen Gesundheitstage, die von der Adipositas Stiftung Deutschland für Unternehmen angeboten werden. Hierbei findet eine intensive Gesundheitsaufklärung statt, es werden (auch die verborgene) Risikofaktoren wie Blutdruck, Bauchumfang, BMI sowie die allgemeine Fitness bestimmt, und jedem Arbeitnehmer in dem Betrieb wird dieser gesundheitliche Benefit vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Damit unterstreichen die Unternehmen das eigene Image, zeigen eindeutig Fürsorge für die Angestellten und stehen für eine gesundheitsbewusste Unternehmenskultur. Motivation und die Wahrnehmung für die eigene Gesundheit werden gestärkt und dies wird sich in der Produktivität und Leistungsfähigkeit positiv abbilden.

– ateschner // Veröffentlicht in Allgemein