Adipositas-Gesellschaft befürwortet Werbeverbot

Oktober 26th, 2009 by

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) steht hinter den Forderungen der Internationalen Adipositas-Gesellschaft (IOTF/IASO) und des Weltverbraucherverbandes (CI) nach einem globalen und rechtlich verbindlichen Kodex für ein Werbeverbot von zu fetthaltigen, zu süßen und zu salzigen Lebensmitteln („Junk Food“) sowie von zuckerreichen alkoholfreien Getränken bei Kindern und Jugendlichen.

„Alle Bemühungen von Eltern, Pädagogen und Kampagnen zur Gesundheitsförderung, die die Kinder für gesundes Essen begeistern wollen, werden unterlaufen durch ausgeklügelte Marketingstrategien für ungeeignete Lebensmittel, die sich direkt an die Zielgruppe Kind wenden“, so Prof. Dr. med. Manfred James Müller, Präsident der DAG. Dabei stiegen die Zahlen übergewichtiger Kinder und Jugendlicher und die Kosten für die chronischen Folgekrankheiten von übergewicht und starkem übergewicht (Adipositas) weltweit massiv, auch in Deutschland. Für die auch im „Eckpunktepapier Gesunde Ernährung und Bewegung“ der Bundesregierung angestrebte Trendumkehr seien jetzt lösungsorientierte Ansätze gefragt, deren Wirksamkeit begleitend geprüft werden sollte, fuhr der Präsident fort. Die Herausforderung und den gesamtgesellschaftlichen Beitrag der Lebensmittelindustrie sehe er darin, mehr als bisher Teil der Lösung werden zu wollen und nicht mehr Teil des Problems zu sein, so Müller.

Das Werbeverbot soll für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von 6.00 Uhr morgens bis 21.00 Uhr abends in öffentlichen Räumen (z.B. Schulen, Kindergärten) und in den Medien (Radio, TV) gelten. In das Verbot eingeschlossen wären ebenfalls neue Medien (z.B. websites, Videospiele, Internetforen, SMS), die Abgabe von Gratisspielzeug und Sammelobjekten sowie die Werbung mit Prominenten und beliebten Zeichentrickfiguren.

Nach Angaben von IOTF und CI stellt der Kodex das weltweit festzustellende Versagen der Lebensmittelindustrie zur Selbstregulierung im Marketing bloß. Vorschläge zur Selbstregulierung seien derzeit auf Europa und USA beschränkt, würden sich aber nur auf Kinder bis maximal 12 Jahren beziehen. Dies sei bei weitem nicht zielführend.

IOTF und CI werden den Kodex („International Code on Marketing of Food and Non- Alkoholic Beverages to Children“) im Mai 2008 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Weltgesundheitsversammlung vorstellen. Die internationalen Adipositasexperten und Verbraucherschützer werden den nationalen Regierungen eine übernahme des Kodex zur Umsetzung der WHO-„Strategie zur Bekämpfung von übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen“ empfehlen.

Links:

www.adipositas-gesellschaft.de (> 500 Adipositasexperten in Deutschland)
www.iaso.org
www.preventionalliance.net
www.iotf.org (Politische Sektion der IASO; > 10.000 Mitglieder in > 50 Ländern)
www.consumersinternational.org (Weltverbraucherverband; > 220 Mitgliedsorganisationen in > 115 Ländern)
WHO

Kontakt:

Dr. Stefanie Gerlach
Mediensprecherin im Vorstand der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V.

Tel./Fax: 02331/201-1023
Email: adipositas@akh-hagen.de

Was sagt der glykämische Index

Oktober 26th, 2009 by

Ob der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Kohlehydraten rasch oder langsam ansteigt, beschreibt der glykämische Index. Alle Nahrungsmittel, die einen hohen glykämischen Index haben, sorgen für einen schnellen und hohen Blutzuckeranstieg und führen zu Blutzuckerspitzen.

Haben die Lebensmittel einen niedrigen glykämischen Index, steigt der Blutzuckerspiegel nur geringfügig an, etwa bei Salat, Gemüse und solchen Lebensmitteln, die einen hohen Wassergehalt aufweisen.

Zu hohe Blutzuckerspitzen bedeuten, dass der Körper sich kurzfristig in einen diabetischen oder prädiabetischen Stoffwechselzustand begibt, der den Gefäßen und den Nerven schaden kann. Je höher der Glukosespiegel im Blut ist, umso mehr Insulin wird gebraucht. Dazu werden die insulinproduzierenden Zellen (Betazellen/Inselzellen) im Pankreas zur vermehrten Produktion angeregt, die dauerhaft auch zu einer Erschöpfung der Zellen führen kann. Steht aber nicht mehr genügend Insulin zur Verfügung, wird der Zucker (Glukose) nicht in ausreichender Menge in die Zellen des Organismus transportiert, er bleibt in der Blutbahn und zeigt sich als zu hoher Blutzuckerspiegel, nämlich als Diabetes.

Aus diesen Grund ist es vor allem für diejenigen Menschen wichtig, hohe Blutzuckerspitzen zu vermeiden, die dazu neigen, an einem Diabetes zu erkranken. Ein erhöhtes Diabetesrisiko besteht für alle Menschen mit erhöhtem Körpergewicht und solchen, in deren Familien ein Diabetes bereits aufgetreten ist, wenn sie also eine positive Familienanamnese haben. Für jeden Diabetiker sind Blutzuckerspiegel absolut ungesund und der Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen glykämischen Index sollte nicht auf dem Speiseplan stehen.

Einige Tipps zur richtigen Ernährung bei Diabetesneigung:

Reichlich Obst und Gemüse verzehren, die zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels gut geeignet sind.

Die Aufnahme ausreichender Mengen an Ballaststoffen führt zu einer langsameren Verdauung und verzögerten Freisetzung des Zuckers. Ballaststoffe sind in Müsli, in Hülsenfrüchten wie Bohnen und Linsen und auch in Vollkornbrot enthalten. Geschrotete Körne und andere Faserstoffe haben zusätzlich den Vorteil, dass sie das Volumen der aufgenommen Nahrung erhöhen. Dadurch ist man rascher satt und das vermehrte Volumen im Darm sorgt für einen verbesserten Stuhlgang.

Sport und vor allem Ausdauersport tragen dazu bei, dass in den Zellen der Muskulatur vermehrt Energie verbraucht wird. Diese Energie liefert die Glukose und bei einem hohen Verbrauch in den Zellen wird der Zucker aus den Gefäßen zu den Zellen der Muskulatur transportiert und dort in Energie umgewandelt. Die so verbrauchte Glukose steht für die Erhöhung der Blutzuckerspiegel im Blut nicht mehr zur Verfügung und eine diabetische Stoffwechselsituation verbessert sich.

Adipositas bei Kindern frühzeitig bekämpfen

Oktober 26th, 2009 by

Übergewicht und Adipositas sind ein zentrales Thema der heutigen gesundheitspolitischen Diskussion. Übergewicht und Adipositas haben nachgewiesenermaßen fatale Auswirkung auf den Gesundheitszustand der betroffenen Personen. Chronische Krankheiten, die vermehrt auftreten, wie zum Beispiel Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes mellitus Typ 2 und verschiedene Krebsarten verkürzen die Lebenserwartungen der Übergewichtigen.

Insbesondere die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern verdeutlicht das Ausmaß und die Dimension des Problems und führt zur Frage nach den möglichen Ursachen.
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GLP-1 – Grundlagen eines neuen Therapieprinzips bei Diabetes

Oktober 22nd, 2009 by

In der Pathogenese des Typ-2-Diabetes sind die beiden Aspekte Insulinresistenz und gestörte Insulinsekretion von Bedeutung. Darüber hinaus ist der Diabetes mellitus Typ 2 in aller Regel eingebettet in das metabolische Syndrom und dadurch mit weiteren klinisch relevanten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und insbesondere mit der viszeralen Adipositas assoziiert. (mehr …)